Sleeping Beauty – Reinventing Frei Otto’s Multihalle

21.05.2018 | by Cordula Vielhauer
Bild: Robert Häusser, © Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai)

Mit der Ausstellung Sleeping Beauty – Reinventing Frei Otto’s Multihalle im Rahmen der Architekturbiennale in Venedig wollen die Kuratoren Georg Vrachliotis und Sally Below auf das Schicksal und die Zukunft der „Multihalle“ in Mannheim aufmerksam machen. Die Halle wurde als temporäres Bauwerk zur Bundesgartenschau 1975 nach Plänen Frei Ottos errichtet und ist bis heute die größte aus Holzlatten errichtete Gitterschalenkonstruktion weltweit. Die Ausstellungsmacher knüpfen damit an die große Frei-Otto-Ausstellung „Denken in Modellen“ im ZKM Karlsruhe an, die Georg Vrachliotis 2016 im Rahmen seiner Lehr- und Forschungstätigkeit am Karlsruher Institut für Technologie KIT entwickelt und kuratiert hatte. Der Fokus von „Sleeping Beauty“ liegt jedoch ausschließlich auf der Multihalle, Ausstellungsarchitekt ist wieder Marc Frohn von frohn&rojas Architekten.

Vom gebauten Objekt zum diskursiven Subjekt: Rekontextualisierung der Multihalle

„Sleeping Beauty – Reinventing Frei Otto’s Multihalle“ in Venedig vermittelt einen doppelten Blick auf das Gebäude: Einerseits werden die experimentelle Geschichte des Bauwerks, die Konstruktionsweise und der zugrunde liegende Entwurfsprozess über zahlreiche Modelle mittels Originalmaterial aus dem saai | Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau vermittelt. Gleichzeitig soll jedoch auch der intensive Diskussionsprozess abgebildet werden, der in den letzten Jahren um die Halle und ihre Nachnutzung entstanden ist. Die Stadt Mannheim arbeitet hier mit einer engagierten Gruppe aus Künstlern, Architekten, interessierten Bürgern, Universitäten und Ingenieuren zusammen, die ein neues, nachhaltiges Konzept zur Erhaltung der Multihalle entwickeln wollen. Dieser kollektive Gestaltungsprozess ist einmalig in Deutschland.

Ziel der Kuratoren ist es daher auch, eine Umdeutung der Multihalle – weg von einer eher technisch fokussierten Rezeption – hin zu einer Wahrnehmung als Plattform einer „offenen Gesellschaft“ vorzunehmen und zu vermitteln. Mit den Worten von Below und Vrachliotis: „Die Multihalle hat sich von einem gebauten Objekt zum Subjekt eines Diskurses entwickelt.“

Wilkhahn unterstützt die Ausstellung als Industriepartner. Georg Vrachliotis ist zudem Hauptredner und Co-Moderator des Architektur-Symposiums Die Zukunft gestalten – Frei Ottos ideelles Erbe, das Wilkhahn anlässlich des 30. Geburtstags der Frei-Otto-Pavillons Ende Juni 2018 auf dem Wilkhahn-Campus in Bad Münder ausrichtet.

Termine:
Am 24. Mai 2018 wird die „Sleeping Beauty – Reinventing Frei Otto’s Multihalle“ um 17.30 Uhr feierlich auf der Insel Giudecca eröffnet. Neben den Kuratoren sprechen unter anderem der Staatsekretär für Bauen am Bundesinnenministerium, Dr. Gunther Adler, und der Bürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Peter Kurz.

An den Vorschautagen sowie am Eröffnungswochenende der Biennale vom 24. bis 27. Mai 2018 ist die Ausstellung von 10-19 Uhr geöffnet.

Danach kann sie bis zum 29. Juli 2018 Di-So von 13-19 Uhr besucht werden.

Veranstaltungsort: Gondolieri Bauer Servizi, Giudecca 211, 30133 Venedig
Anfahrt: Vaporetto-Station Redentore, Linien 2, 4.1, 4.2

Weitere Informationen zur Multihalle und der Ausstellung Sleeping Beauty – Reinventing Frei Otto’s Multihalle (in englischer Sprache): sleeping-beauty-multihalle.de