Learning from the Bauhaus: Wilkhahn im Jubiläumsjahr der legendären Schule

28.11.2019
Wilkhahn-Designer und -Architekten in der Ausstellung „Learning from the Bauhaus“, Bildnachweis: Wilkhahn

Der zukunftsorientierten Ausrichtung des Bauhaus folgend geht es bei allen Wilkhahn-Beiträgen zum Jubiläumsjahr vor allem um die Frage, ob und – wenn ja – welche Bedeutung der damalige Aufbruch der Moderne für das Morgen haben kann.

Wilkhahn-Verwaltungsbau nach Entwürfen von Herbert Hirche

Das 1907 gegründete Möbelunternehmen Wilkhahn hatte sich direkt nach dem zweiten Weltkrieg der Weiterentwicklung der Gestaltungsideen der Moderne verschrieben, die durch den Deutschen Werkbund und das Bauhaus geprägt waren: Mit dem Bauhaus-Schüler Herbert Hirche wurden nicht nur zahlreiche Möbelentwürfe sondern auch das Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude realisiert. In enger Zusammenarbeit mit der deutschen „Nachfolgeschule“, der Hochschule für Gestaltung in Ulm (1953 -1968), entstanden bei Wilkhahn die Grundlagen für die ganzheitliche Weiterentwicklung des Unternehmens, die frühzeitig auch die ökologische Verantwortung einschloss: von der Produktgestaltung über das Corporate Design bis zur Campus-Bebauung mit Frei Otto und Thomas Herzog.

Einladung zum Wilkhahn-Symposium „Bauhaus: Lehren für eine digitalisierte Welt?

Im Jahr 2019 stand das hochkarätig besetzte Bauhaus-Symposium bei Wilkhahn am 24. Juni unter der Überschrift „Bauhaus – Lehren für eine digitalisierte Welt?“. Auch die Unterstützung und Einrichtung des „Wachsenden Hauses“ im UNESCO Welterbe „Laubenganghäuser“ in Dessau-Törten, das vom ehemaligen Direktor der Bauhaus-Stiftung Philipp Oswalt mit Studierenden der Universität Kassel umgesetzt wurde, verweist auf die Zukunftspotenziale im Erbe der Moderne.

Prof. Philipp Oswalt beim Wilkhahn-Architektursymposium „Bauhaus – Lehren für eine digitalisierte Welt“
Design Build Projekt „Bauhaus bauen“ in Dessau mit Wilkhahn-Möblierung

Wie bei Wilkhahn die Transformation der Moderne in die Zukunft erfolgt, zeigen insgesamt neun „Paarungen“ in der Ausstellung „Learning from the Bauhaus“ am Stammsitz in Bad Münder, in denen historische Meilensteine den zeitgenössischen Äquivalenten gegenübergestellt sind. Der doppeldeutige Titel ZEIT.BEZÜGE des Ideenwettbewerbs im Textilen Atelier der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur thematisiert ebenfalls die Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – hier am Beispiel eines zukunftsweisenden Bezugs für den Freischwinger, der wie kaum ein anderes Möbel am Bauhaus für die Gestaltung einer neuen Welt stand.

Wilkhahn-Designausstellung „Learning from the Bauhaus“
Der mit dem ersten Preis im studentischen Wettbewerb „ZEIT.Bezüge“ ausgezeichnete Entwurf „serape“ (Design: Swenja Fleur Fabian) umschließt den Wilkhahn-Freischwinger „Metrik“ (Design: white ID) als wärmende Decke.
Wilkhahn-Designausstellung „Learning from the Bauhaus“ mit dem ersten Preis im studentischen Wettbewerb „ZEIT.Bezüge“ für den Entwurf von Swenja Fleur Fabian.